Ernährungsmedizin in der Praxis: Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Katrin Staffler MdB (CSU) zu Besuch im Barmherzige Brüder Krankenhaus München

Am 30. April 2026 besuchte die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Katrin Staffler MdB (CSU) gemeinsam mit dem Bundesverband spezielle Lebensmittel e.V. (DIÄTVERBAND) und dem Kompetenznetzwerk Enterale Ernährung das Barmherzige Brüder Krankenhaus München – im August letzten Jahres wurde bereits Herr Dr. Stephan Pilsinger MdB im Klinikum für einen Besuch empfangen. Begrüßt wurden sie von Dr. med. Gert Bischoff, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Ärztlicher Leiter des Zentrums für Ernährungsmedizin und Prävention (ZEP) sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), und Dipl. oec. troph. Monika Bischoff, Ernährungstherapeutische Leitung des ZEP. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die praktische Perspektive auf krankheitsbedingte Mangelernährung sowie die pflegepolitischen Schwerpunkte von Frau Staffler MdB.

 


Ernährungsmedizin im Barmherzige Brüder Krankenhaus

Krankheitsbedingte Mangelernährung betrifft jährlich über drei Millionen Patientinnen und Patienten in deutschen Krankenhäusern – mit erheblichen Folgen für Genesungsverläufe, Komplikationsraten und Systemkosten. Das Barmherzige Brüder Krankenhaus München begegnet dieser Herausforderung mit einem strukturierten Ansatz: Seit dem Abschluss des ersten Qualitätsvertrags für Mangelernährung nach § 110a SGB V gemeinsam mit der AOK Bayern gilt das Klinikum bundesweit als Vorreiter. Verpflichtende Screenings bei Aufnahme, individuelle Therapiepläne und ein strukturiertes Entlassmanagement bilden dabei das Fundament.
 


Versorgung durch die praktische Brille

Beim Rundgang durch die geriatrische Abteilung erhielt Frau Staffler Einblicke in die gelebte Praxis der Ernährungstherapie. Besonders das Projekt „Kraftikus" hinterließ Eindruck: Einmal wöchentlich wird gemeinsam mit dem ZEP für die Patientinnen und Patienten gekocht und gebacken – hochkalorische, eiweißreiche Speisen, die direkt auf den Stationen verteilt werden und den Muskelerhalt sowie die Genesung nach Stürzen oder Operationen gezielt unterstützen. Die Chefärztin der Geriatrie, Frau Dr. Martin, hob hervor, dass neben Patientinnen und Patienten auch pflegende Angehörige Aufklärungsangebote erfahrungsgemäß sehr gut annehmen – und dass ein frühzeitiger Ansatz dabei entscheidend sei.

Ergänzend wurden von Herrn Dr. med. Bischoff und Frau Bischoff die interdisziplinären Strukturen des ZEP vorgestellt, in denen Ernährungstherapeutinnen, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Psychologen eng zusammenarbeiten und ernährungsabhängige Probleme, wie z.B. Mangelernährung, von der Diagnostik bis zur Therapie umfassend betreuen.
 


Pflegepolitischer Austausch: Prävention, Strukturen und Gesetzgebung

Im Gespräch wurden zentrale politische Anknüpfungspunkte deutlich. Frau Staffler machte deutlich, dass im Ernährungsbereich mehr passieren müsse: Die Zuckerabgabe sei ein Anfang, doch nur mit einer konsequenten Präventionspolitik werde unser Gesundheits- und Pflegesystem erfolgreich für alle sein. Eine zentrale Herausforderung der Prävention sei bislang, dass Angebote häufig nur jene erreichten, die bereits bestens informiert seien.

Dr. Gert Bischoff unterstrich aus 25 Jahren Krankenhauserfahrung: „Wir fangen mit Therapie die Probleme ein, aber Prävention wird nicht mitgedacht." Pflegepersonal sei am nächsten an den Patientinnen und Patienten – Strukturen müssten dies stärker abbilden, im stationären wie im häuslichen Bereich. Monika Bischoff ergänzte, dass neben verpflichtenden Ernährungsscreenings, Ernährungsfachkräfte in Einrichtungen und interdisziplinäre Teams gesetzlich verankert werden müssten. Die Kombination aus Strukturen wie NutriCare ab 2028 und der G-BA-Qualitätssicherungsrichtlinie wäre dabei ein ideales Zusammenspiel.
 


Der Besuch von Katrin Staffler MdB ermöglichte einen konstruktiven Dialog zwischen Praxis und Politik. Dr. Bischoff zeigte sich zuversichtlich, dass das Engagement von Frau Staffler – gemeinsam mit weiteren Gesundheitspolitikerinnen und -politikern der Regierungsfraktion – in die gesundheitspolitischen Debatten zur besseren ernährungsmedizinischen Versorgung einfließen werde.